

Im Herbst 2025 reiste eine fränkische Delegation nach Leuven. Dort trafen David Hertl, Christof und Joshua Pilarzyk von Grosch, Michael Hanreich vom Schlenkerla, Christian Höfner von Gampert sowie Luitgard und Norbert Winkelmann vom Brauhaus am Kreuzberg auf Hof ten Dormaal, Man & Brouw, De Coureur und Adept. Mit dabei waren auch Forchheims Tourismusdirektor Nico Cieslar und Biersommelière Melanie Streit. Es wurde verkostet, diskutiert, gelacht — und bald war klar: Das bleibt nicht bei Worten.
Im März 2026 kamen die Belgier nach Franken. Erste Station war Rödental, wo Christof und Joshua Pilarzyk im Braugasthof Grosch Gastlichkeit und moderne Brautechnik zusammenbringen. Grosch ist seit 1492 Braustätte. Dort entstand der erste Gemeinschaftssud: ein Kellerbier-Saison mit Thymian-Salbei-Malz — fränkische Trinkfreude mit belgischer Würze.
Am nächsten Tag ging es nach Weißenbrunn zu Gampert-Bräu. Christian Höfner steht dort für eine der ältesten Familienbrauereien Bayerns, gegründet 1514 und seit 1619 in Familienbesitz. Danach führte der Weg nach Bamberg ins Schlenkerla, wo Braumeister Michael Hanreich die Welt des Rauchbiers öffnete — eine Tradition, die dort bis heute lebendig ist und direkt vom Holzfass am stärksten erzählt.
Am dritten Tag wurde es handfest: In Schnaid trafen die Gäste auf David Hertl, den fränkischen Freigeist unter den Brauern, der seine Braumanufaktur einst in der Küche seiner Mutter begann und heute mit Kühlschiff, Holz und wilden Ideen spielt. Gemeinsam entstand ein Saison-Kellerbier mit spezieller Hefe und Holzlagerung. Nach einem Blitzbesuch bei Georg Rittmayer und seiner Brauerei in Hallerndorf empfingen empfingen Luitgard und Norbert Winkelmann die Runde auf dem Kreuzberg — Brauhaus, Bierkeller, Brennerei und fränkische Küche in einem.
Einige Wochen später kam ein noch dritter Sud dazu: ein Lambic-Kellerbier mit echtem Lambic von Hof ten Dormaal. Was nun im Nürnberger Burggraben ausgeschenkt wird, ist mehr als ein Experiment. Es sind drei flüssige Handschläge zwischen zwei großen Bierkulturen. Belgien bringt Offenheit, Hefe, Säure und Gewürz. Franken bringt Keller, Rauch, Malz und Bodenständigkeit. Zusammen entsteht etwas, das weder belgisch noch fränkisch allein sein will — sondern beides zugleich.
Wer diese Collaboration-Biere probiert, trinkt also nicht nur ein neues Bier. Er trinkt den Anfang einer Freundschaft, die zeigt: Die spannendsten Traditionen entstehen nicht, wenn man Mauern baut. Sondern wenn man gemeinsam Bier braut und trinkt.




